Hey meine Lieben,
erlebnisreiche Tage liegen hinter mir. Nach einer wunderschönen Woche in Bergen (11.-16.10.) hat mich der Alltag und damit die Uni wieder eingeholt. Aber jetzt erst mal zu Bergen.
Dadurch, dass die Norweger eine Woche Uni-Ferien hatten, war am Montag (10.10.) keine Uni und ich konnte in Ruhe meine Sachen für den anstehenden Trip nach Bergen packen. Nach einer sehr kurzen Nacht sind wir dann 7 Uhr morgens mit dem Auto meiner tschechischen Kommilitonin (ich sag nie wieder etwas Böses über französische Autos) losgefahren. Auch an Bord waren noch eine Kanadierin und eine weitere Deutsche. Der Peugeot 207 war also bis oben voll bepackt und mit müden Augen, aber voller Enthusiasmus begannen wir unsere Fahrt.
Auf dem Weg haben wir dann noch einige Stops eingelegt, die unsere Fahrerin Simona vorher rausgesucht hatte. Wir hatten zwar keine Navi aber immerhin Karten und Simona ist eine ziemlich erfolgreiche Orientierungsläuferin. Von daher haben wir uns auch nie verirrt
.
Auf dem Weg nach Bergen (etwa 500 km, aber leider keine Autobahn) begleitete uns größtenteils die Sonne, was den Trip umso angenehmer machte. Neben Kirchen, Wasserfällen und der traumhaften Landschaft Norwegens sind wir vier noch auf einer Fähre über den Fjord geschippert und haben einige kleine Städte besucht. Nachfolgend ein paar schöne Bilder die, welche auf dem Weg gemacht haben.
Nach etwa 10 Stunden Fahrt, inklusive ausgiebiger Pausen, um die unzähligen Fotos zu schießen, sind wir dann in der zweitgrößten Stadt Norwegens, Bergen, angekommen. Da wir die erste Nacht bei einem Freund von Simona (Filip) schlafen wollten und dieser erst 19 Uhr nach Hause kommen würde, haben wir noch einen kleinen City-Rundgang absolviert. Um dann abends noch etwas bei Filip zu essen. Filips Mitbewohner war Portugiese und wurde an diesem Abend trauriger Zeuge eines dänischen Sieges in der EM-Quali (2:1 für Dänemark, damit muss Portugal in die Relegation) … seine Wutausbrüche waren herrlich ![]()
Gut ausgeschlafen machten wir uns den nächsten Tag zum Studenten-Center auf, um uns für die Bergen-Challenge zu registrieren. Mit den nötigen Unterlagen in der Hand, haben wir dann in unserer Unterkunft (einer Schule) “eingecheckt”. Gegen Mittag haben wir das sonnige Bergen erkundet (wir hatten sehr viel Glück die Woche … normalerweise regnet es in Bergen 300 Tage im Jahr). Neben den markanten mittelalterlichen Häusern (“Bryggen: UNESCO-Weltkulturerbe) im Hafen konnten wir dann noch einen genialen Ausblick von einem Aussichtspunkt genießen (40 min Fußmarsch bergauf, weil wir zu geizig waren 10 Euro für die Standseilbahn zu bezahlen).
Nach der kulturellen Entdeckungsreise sind wir dann zurück zum Studenten-Center gelaufen, weil wir am Morgen überragenderweise von einem Norweger den Tipp bekommen hatten, dass Statoil (die nationale Erdölfirma) einen Informationstag veranstalt … inklusive riesigem, warmen/kalten Buffet. Um es kurz zu machen. Es war das mit Abstand Beste was ich hier in Norwegen bisher gegessen habe. Statoil hat wirklich alles auffahren lassen, was einen Menschen kulinarisch glücklich macht. Wohl gestärkt ging es zurück zum Hafen, weil dort die offizielle Eröffnungszeremonie stattfinden sollte (ein wenig an die olympischen Spiele angelegt) . Liv Grete Poiree (Biathlon-Weltmeisterin) hat gegen 21 Uhr die 75. Nationalen Studenten-Meisterschaften eröffnet und das Abendprogramm wurde mit Musik und einem gigantischen Feuerwerk ausgeschmückt.
Hier noch ein Ausschnitt des Spektakels der Extraklasse (schön zur Musik synchronisiert)
Ein erlebnisreicher Mittwoch (12.10.) ging zu Ende. Unsere Unterkunft (die Turnhalle einer Schule) war recht gut gefüllt (etwa 80 Studenten unserer Uni), aber wir hatten durch unsere frühe Ankunft die besten Plätze ergattert und konnten so auch die Sprossenwand als Kleiderschrank nutzen
.
Ein paar Leute sind dann noch auf Party gegangen, aber unser Futsal-Team ist aufgrund der Tatsache, dass um 10 Uhr das erste Spiel sein sollte, zu Hause geblieben (wir mussten schon 6:30 Uhr aufstehen, weil die Futsal-Halle außerhalb Bergens lag und wir vorher noch frühstücken wollten).
In der Hallenanlage angekommen, erfuhren wir, dass der Flieger unseres ersten Gegners gecancelt wurde. 3:0 am Grünen Tisch gewonnen, aber viel zu zeitig aufgestanden
. Das zweite Spiel haben wir dann gegen irgendwelche Holzhacker aus Tromsø gespielt und 3:0 gewonnen (die haben wirklich so gespielt, als wären unser Beine Holz, dass man umhacken müsste) . Das abschließende Gruppenspiel ging 4:2 verloren, aber das Achtelfinale für den nächsten Tag, war gebucht.
Im Anschluss sind wir mit unserem Team dann noch eine Runde Curling spielen gewesen. Utopisch teuer (20 Euro pro Person für 2 Stunden) , aber ein Erlebnis. Erwähnenswert: Ich war bis zu diesem Tag einer der Menschen, die behauptet haben Curling sei kein Sport, aber wenn man es selber spielt, ändert man seine Meinung sehr schnell: anstrengend + sehr schwer den Stein überhaupt ins Haus zu bekommen.
Wir haben genau 4 Ends in den 2 Stunden geschafft, aber das war auch anstrengend genug (5:4 Sieg für Team Germany gegen Team Norwegen). Abends war dann eine gemütliche Karten-Spiel-Runde angesagt (wobei die Hälfte unseres Teams + fast alle anderen in der City feiern waren). Das sollte sich am nächsten Tag (13.10.) dann leider heimzahlen. Unser bester Stürmer musste während des Achtelfinales erbre**** (hab ich so noch nie gesehen) und auch insgesamt war es mehr ein Ringen als wirklicher Futsal. Nach gutem Anfang konnte wir uns noch weiter durchkämpfen, aber das Finale am Samstag musste letztlich ohne uns stattfinden. Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat mich zwar ein wenig angepi***, aber “dabei sein ist alles”.
Diese Tatsache wurde dann am gleichen Abend (14.10.) genutzt, um ein wenig das Nachtleben Bergens zu genießen. Als Deutscher hat man in Norwegen allgemein auch sehr gut Karten, da die meisten Norweger nur Gutes über Deutschland verlauten lassen (was sie hinter dem Rücken sagen, weiß ich nicht ^^).
Der Abend war auf jeden Fall eine kleine Odyssee. Nach 2 Stunden hatten wir endlich einen Klub gefunden, in den alle reinkamen und man keinen Eintritt bezahlen musste … alles in allem ein gelungener Abend.
Samstag standen dann die Finalspiele an. Ich hatte mich zusammen mit einem Mitspieler aus meinem Team auf den Weg zum Handballfinale gemacht, weil da einer von unseren Exchange-Studenten dabei war. Vor dem Handballfinale der Männer kamen noch die Unihockey-Finalspiele (w/m), wobei die beiden Spiele vom Niveau her doch sehr unterschiedlich waren. Im Mittelteil kamen die Handball-Finalspiele, bei denen unsere Uni-Teams die Trophäen abräumen konnten.
Am Ende gabs dann noch die Finalkämpfe im Fechten und ein paar Cheerleader haben die Menge angeheizt.

Nach den Siegerehrungen ging es zurück in die Turnhalle. Am Abend stand nämlich der “Höhepunkt” der Bergen-Challenge an: DAS Bankett. In Norwegen heißt das Vorglühen lustigerweise Vorspiel und wir haben dann bis etwa 19 Uhr noch ein wenig “vorgespielt”. Mit dem Bus ging es danach in eine Art Hangarhalle, die schön ausdekoriert und mit genügend Partyequipment ausgestattet war. Letztlich war DAS Bankett aber bis auf all die aufgestylten Sportler und Sportlerinnen eher mehr ein Trinkgelage mit minderwertigen Essen … ABER es gab ja noch eine Tanzfläche
Etwa gegen 2:30 Uhr war die Party dann vorbei (in Norwegen ticken die Uhren anders) und 3:30 Uhr waren wir zurück in unserer Unterkunft. Auf dem Weg hatten wir noch ein paar Leute verloren, weil sie unbedingt mal mit High heels laufen (als Mann) oder noch einmal richtig feiern wollten (obwohl keine Disko mehr offen hatte).
Den nächsten Tag ging es dann wieder in gewohnt traumhafter Umgebung zurück nach Oslo, wobei die Übermüdung schon echt ein Sicherheitsrisiko darstellte und wir froh waren gegen 16 Uhr einen Kaffee trinken zu können. 21 Uhr, nach 11 Stunden Fahrt sind wir dann wieder in Oslo angekommen und ich war froh anstatt auf einem Luftbett endlich wieder in einem richtigen Bett und ohne Schnarchkonzert zu schlafen. Noch erwähnenswert ist, dass eigentlich jede Nacht in der Turnhalle ein Kommen und Gehen vonstatten ging. Dadurch hatte man gezwungenermaßen einen sehr unruhigen Schlaf, wenn man nicht, wie ich mit Kopfhörern zu Bett ging … noch ein Grund mehr glücklich zu sein, wieder in Oslo zu schlafen.
Nachfolgend noch ein paar Bilder von unserer Heimreise (wir haben eine andere Route genommen). Diesmal konnten wir nicht über die Berge, weil zu viel Schnee gefallen und die Straße gesperrt war.
Nach einer so erlebnisreichen Woche ist die letzte Woche (17.10. bis heute) schnell erzählt. Uni … Gym … Uni … Futsal … Uni … Essay schreiben … in Grönland einkaufen und dann noch beim Partydesaster schlechthin dabei sein (hab noch so einen schlechten DJ erlebt) …
So viel erstmal von mir und den Trollen, bis bald.
Liebe Grüße aus dem meist sonnigen Oslo
Euer Marc






















