Verfasst von: marcfreitag | 18. September 2011

It´s allowed in Norway

Diesmal sind ein paar mehr Tage vergangen, bis ich zu meinem nächsten Eintrag gekommen bin (es gibt allerdings einen guten Grund :) ). Nun ist es mal wieder so weit.
Die letzten Tage waren sehr erlebnisreich, da meine herzallerliebste Tina und mein lieber Martin aus Dresden zu Besuch in Oslo waren. Bevor die beiden jedoch am Mittwoch (7.09.) in Oslo-Gardermoen landeten, stand am Samstag (03.09.) davor noch ein Besuch beim Wahrzeichen Oslos sowie die Erste richtige Party, in einem Club namens Amatoren, an.

Der Holmenkollen ist die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit in Oslo. An wolkenlosen Tagen kann man die gigantische Skisprungschanze, den Stolz Oslos, von nahezu jedem Punkt der Stadt aus sehen. Genau dorthin sollte mich mein Weg vorletzten Samstag hinführen. Gemeinsam mit ein paar anderen Erasmus-Studenten machten wir uns mit der Metro auf den Weg. Bevor wir zum Holmenkollen gingen, machten wir noch einen Abstecher zu einem Skisprung-Wettbewerb auf einer nahegelegenen Schanze. War ganz interessant solch eine Veranstaltung mal von näheren zu betrachten, allerdings ging es recht unspektakulär (ohne Stürze) zu, weswegen wir nach etwa einer halben Stunde bei leichtem Nieselregen zum Holmenkollen weiterzogen. Da ich die Woche drauf nochmal mit Martin und Tina bei besserem Wetter da war, kommen die Bilder dazu erst später.
Nach dem Sightseeing gings dann nochmal in Grönland einkaufen, um Abends dann ein wenig im Amatoren zu feiern.

Um es kurz zu fassen, ich war noch nie in so einem heißen Club und mit heiß meine ich warm, schwül, schwitzig :D . Das Motto der Party war passend dazu “Hawai-Party”, nur die Abkühlung hat man vermisst. Der Abend war aber trotzdem sehr gelungen. Alle Erasmus-Studenten konnten ihre Tanzkünste beweisen oder sich beim Kickern versuchen. Für einige war der Abend (die Party begann 21 Uhr) auch schon um Mitternacht wieder beendet, da sie ordentlich getankt hatten und es vorzogen in irgendwelchen Ecken ein Nickerchen zu machen.

Der Wochenbeginn war dann auf das Eintreffen meiner beiden Gäste fokussiert. War noch einmal im IKEA, um für die WG bzw. mich ein paar Dinge einzukaufen. Am Mittwochabend war es dann soweit. Weit gereist und ein wenig erschöpft durfte ich Martin und Tina in Oslo begrüßen.
Den nächsten Tag, relativ gut ausgeschlafen, wurde das Frühstück zusammen genossen und bei bestem Wetter der Sognsvann umrundet. Wenn der See, mit 15°C, nicht so kalt gewesen wäre, hätte man fast baden gehen können.

Den Tag darauf (9.09.) wieder bei sonnigem Wetter wollten wir zum Holmenkollen fahren. Wie wir leider später erfahren mussten, hatte die Woche der Blitz im Holmenkollen eingeschlagen, weshalb wir nicht mit dem Fahrstuhl nach ganz oben zur Absprunganlage fahren konnten. Dafür haben wir nach unserem Besuch im Ski-Simulator und der touristischen Erkundungen des Holmekollen-Geländes, noch einen Ausflug zur kleine Schanze weiter östlich gemacht, auf der auch schon der Skisprung-Wettbewerb am Wochenende stattfand. Dort angekommen, trauten wir unseren Augen nicht. Ganz oben auf der Absprunganlage saß ein Mann. Ermutigt von den Beiden da oben, haben wir uns ebenfalls die Treppen hinauf gekämpft und konnten somit einen unglaublich schönen Ausblick auf Oslo genießen. Außerdem hatten wir die vielleicht einmalige Möglichkeit mal auf dem Abstoßbrett der Skispringer zu sitzen (wenn man da runter schaut, wird einem schon ein wenig anders … auch ohne Höhenangst). So hatte der Blitzeinschlag im Holmenkollen auch noch etwas Gutes für uns gebracht :)

                  

Den Freitag ließen wir dann mit ein paar Gesellschaftsspielen, untermalt von House-Musik, ausklingen.
Am Samstag haben Martin, Tina und ich dann noch die City unsicher gemacht. War auch für mich als hier “lebender” interessant, weil ich bisher auch nicht sehr oft in der Stadt war und von die meisten Sehenswürdigkeiten bisher nur aus dem Reiseführer gehört hatte bzw. von der City-Rallye (erste Woche) her kannte. Hier ein paar Impressionen (bin heut schreibfaul … aber Bilder sprechen mehr, als …)

               
Am Nachmittag sind wir dann noch zu meinem Lieblings-Asia-Store nach Grönland gefahren. Dort konnten sich Tina und Martin mal davon überzeugen, dass in Oslo doch nicht alle Menschen blonde Haare haben (Grönland=Einwandererviertel=sehr breites Hautfarbenspektrum).

Der Sonntag war ein wenig veregnet. Aus einer dubiosen Quelle hatten wir erfahren, dass jeden Sonntag in Grunerlokka ein Trödel-/Antikmarkt  stattfindet. Das Ergebnis war jedoch ein Witz. 10 Stände … na ja, wenigstens Martin hat noch etwas erwerbenswertes gefunden :) . Wir suchten dann aber schnell wieder das Weite und liefen noch ein wenig in der City umher, um dann Nachmittags ein wenig Sport im Gym bzw. auf dem Fußballplatz zu treiben. Abends gabs wie eigentlich jeden Tag lecker essen (von Tina mit Teilzeitunterstützung der fußballschauenden Männer).
Da es mir Montag und Dienstag nicht so überragend ging (hatte mir eine Erkältung eingefangen), waren Tina und Martin auf eigene Faust unterwegs und ich habe mich auskuriert. In alter Frische gings dann Mittwoch (14.09.) wieder bei bestem Wetter in die Stadt. Spontan entschieden wir uns gegen den Vigeland-Skulpturenpark und für eine Fjord-Fahrt (was sich im Nachhinein als richtige Entscheidung herausstellte).

Nach den beeindruckenden Impressionen der Fjord-Fahrt spazierten wir drei durch die Stadt Richtung Kringsja, Studentenwohnheim.
Diesen Donnerstag sind wir dann im x-ten Anlauf auch mal endlich in den Vigelandpark gegangen. Dieser beinhaltet etwa 200 Figuren des Künstlers Gustav Vigeland. Ich bin zwar nicht als gerade Kunstliebhaber bekannt, aber das Gesamtwerk Vigelands ist auf jeden Fall äußerst beindruckend.

                

Den vorletzten “Touristen-Tag” mit Martin und Tina verbrachten wir damit, das Freilichtmuseum zu erkunden. Dort sind über 150 Häuser aus verschiedenen Zeiten und Regionen Norwegens ausgestellt, die die Geschichte Norwegens darstellen sollen … leider konnte man in nur wenige wirklich hinein, da viele wahrscheinlich umgefallen wären, wenn man sie betreten hätte :D



Mit dem Freitag (16.09.) ging der vorletzte Sightseeing-Tag von Martin, Tina und mir zu Ende. Am Samstag wurde dann Nachmittags fleißig für den Flug am Sonntagmorgen gepackt.
Vormittags waren wir noch auf einem großen Markt mit allerlei norwegischen Spezialitäten, die man kostenlos probieren konnte. War echt lecker und als Student in der teuersten Stadt der Welt sagt man da nicht nein.
A propo teuer … Friseure sind das hier, wieder erwartend auch, weswegen ich mir von Tina noch (als Abschiedsgeschenk^^) eine 6 mm-Armee-Frisur verpassen lassen habe :) . Hier noch ein paar Bilder vom Markt:



Nachdem Markt wurde, wie bereits erwähnt, gepackt und gegen 22 Uhr haben wir versucht zu schlafen, da es schon wieder 4:30 Uhr rausging. 5:17 Uhr sah ich dann den Bus davon fahren, der die Beiden zum Hauptbahnhof bringen sollte, wo sie dann den Zug zum Flughafen Gardermoen nehmen konnten …

Nun bin ich also wieder “Kevin allein zu Haus” bzw. darf alleine über meinen schlitzäugigen Zimmernachbarn lachen, der mir gerade einen Flug von Oslo nach Paris für 6 Euro gezeigt hat (Cheater). Ich hab ihm nur gesagt, dass da wahrscheinlich nur sein rechtes Bein mitfliegen darf. Den Witz hat er aber wie immer nicht verstanden.

Das leckere Essen abends aber sicher noch eine Weile fehlen … und natürlich fehlt mir auch meine bessere Hälfte jetzt umso mehr :-*

Ach … da hätte ich doch fast vergessen, die Überschrift zu erklären. Martin und Tina waren Montag in der Stadt unterwegs. Durch ihre gute Erziehung blieben sie auch stets in der Innenstadt an jeder roten Ampel stehen. Jedes mal liefen jedoch einige Leute über die Straße, ohne sich um die rote Ampel zu kümmern (soweit nichts Neues). Martin meinte daraufhin, eher in sich hineinmurmelnd, “Don´t you see the red man?” … woraufhin sich eine Norwegerin umdrehte und eben diesen Satz antwortete: “It´s allowed in Norway!”
Verwirrt durch diese Aussage haben wir dann gemeinsam abends im Internet recherchiert und doch tatsächlich herausgefunden, dass man in Norwegern generell über rote Ampeln GEHEN (nicht fahren … das kostet 600 Euro) darf. Voraussetzung ist nur, dass man nicht den Verkehr behindert. Das heißt für die Norweger in der Praxis … Blick rechts, Blick links und los gehts. Eine sehr gelungene Variante finde ich, die wir auch die folgenden Tage immer wieder gerne anwendeten. So viel von mir …

Bis demnächst ihr Lieben … liebe Grüße aus Oslo

Euer Marc


Antworten

  1. Super Artikel mein Marci :)
    ich musste echt lachen als ich gelesen habe, dass du Han erzählt hast, er könne dann nur sein rechtes Bein mitnehmen….kann mir seinen Blick lebhaft vorstellen.

    Soweit so gut…. ich vermisse dich…insofern auch nichts Neues :-*

  2. Das hört sich nach einer erlebnisreichen Woche/ Zeit an und ich freue mich das ihr sie so auskosten konntet. Bei den ganzen Bildern bekommt man glatt Fernweh bzw.. Lust auf mehr Oslo ;) Die Stelle mit deinem Zimmernachbarn hat mir auch besonders gut gefallen und scheinbar ist die Fußgängerampel wirklich nur in Deutschland folge zu leisten …


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